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Und er gräbt immer noch

Es gibt Menschen, die suchen sich eine Aufgabe im Leben (oder sie haben einfach zuviel Zeit). Mit Aufgabe meine ich jetzt nicht irgendeinen Job - sondern so eine richtige Aufgabe, die man mit Leidenschaft ausführt und die wie eine Art Bestimmung ist.


So eine Aufgabe hat der US-Amerikaner Ra Paulette gefunden. Keine Ahnung ober in Gutzon Borglum, der in Mount Rushmore seinerzeit die Gesicher großer US-Präsidenten geschlagen hatte, ein Vorbild gesehen hat, aber Ra Paulette hat seine Aufgabe in einer ähnlichen Tätigkeit gefunden. Er gräbt und schlägt Löcher in die Berge nahe New Mexico - und das bereits seit knapp 25 Jahren. Dabei nutzt er den relativ leicht zu bearbeitenden Sandstein, um nicht nur einfache Höhlengänge in den Berg zu schlagen; nein er gestaltet sie liebevoll und verziert sie. Und so sind in verschiedenen Bergen mittlerweile komplexe Höhlen entstanden, lichtdurchflutet, gemütlich. Eines seiner Kunstwerker hat er sogar mit Parkettboden, fließend Strom und Wasser ausgestattet.
Das alles hat er für sich alleine gemacht, wäre da nicht ein Reporter gekommen, der über Ra Paulette eine Reportage gefilmt hat und diese Reportage sogar Oscar nominiert wurde. Jetzt wusste und weiß die ganze Welt von den Arbeiten eines einzelnen Mannes, dessen Lebensaufgabe und Passion es ist - nur begleitet von seinem Hund - tief in der Erde zu buddeln und zu graben und somit eine fast schon zauberhafte Parallelwelt zu schaffen.
Mich hat der Film und die Reportage unglaublich begeistert und am liebsten wäre ich gleich in so eine Höhle eingezogen. Und: Ra Paulette gräbt immer noch. Seiner Willens- und Schaffenskraft und seiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Überzeugen Sie sich selbst und sehen Sie sich das Video an.