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Erfolgreiche OP mit 90 Jahren

Erfolgreiche OP mit 90 Jahren
Dr. Thomas Pauly und Karl Belser nach der erfolgreichen Operation. FOTO: Nele
Lank-Latum. Mit 80 Jahren sei Karl Belser zu alt für neues Knie: Nun hat er mit 90 Jahren eine erfolgreiche Operation hinter sich. Von Alexander Ruth

Wenn man ihn sieht, kann man es kaum glauben: Karl Belser, der da so strahlend im Krankenbett liegt, ist schon 90 Jahre alt. So viel jünger sieht er aus. Und ist extrem fit, wie auch sein behandelnder Arzt, Chefarzt Dr. Thomas Pauly, lachend bestätigt. Vier Tage ist die Operation gerade her, bei der Karl Belser im St. Elisabeth-Hospital Meerbusch-Lank ein neues Kniegelenk im linken Bein eingesetzt wurde.

„Herr Belser ist wirklich ein Musterbeispiel, dass eine solche Operation auch im hohen Alter möglich ist und erfolgreich verlaufen kann“, erläutert Thomas Pauly. „Dennoch ist ein derartiger Eingriff mit erheblichen, auch unsichtbaren Risiken verbunden. Denn nicht nur alle Organe in seinem Körper sind 90 Jahre alt – auch die Gefäße.“

Und so müssen sich Patient und Arzt vor einem solchen Eingriff sehr gut überlegen, ob die Operation wirklich durchgeführt werden soll. „Das ist immer eine Einzelfall-Entscheidung, bei der der Allgemeinzustand, aber auch die Vorschädigungen zu berücksichtigen sind“, betont Thomas Pauly.

Bei Karl Belser entschieden sie sich für eine Operation. Denn organisch sah bei ihm alles altersgemäß gut aus. „Er hatte neben seinem hohen Alter keine weiteren der bekannten Risiken“, so der Chefarzt. Und notwendig war die Operation ebenfalls. Denn Karl Belser konnte sich nur noch mühsam bewegen und hatte seit über 20 Jahren permanente Schmerzen im Knie.

Bis zu ihrem Tod hatte er lange seine Frau gepflegt. Als er dann mit 80 Jahren zum ersten Mal mit einem Arzt über eine Knie-Operation sprach, wurde ihm dringend davon abgeraten: „In ihrem Alter macht man das nicht mehr.“

Ein Schmerztherapeut half ihm in den Jahren danach, mit seinen starken Beschwerden umzugehen, Tabletten – bis zu Opiaten – gegen die Schmerzen wurden seine Begleiter. Als die Beschwerden immer stärken und das Laufen immer mühsamer wurde, half sich Karl Belser mit einem Rollator, danach wurde ein Elektro-Mobil sein fahrbarer Untersatz. „Damit überhole ich jeden Fußgänger, immerhin ist der Rollstuhl bis zu sechs Stunden-Kilometer schnell“, lacht er verschmitzt. Selbstständig versorgte er – trotz seiner Beschwerden – seinen Haushalt.

„Die Operation ist gut verlaufen, auch die Narkose-Nachwirkungen hat Herr Belser exzellent überstanden“, freut sich Thomas Pauly mit seinem Patienten. „In Zukunft kann er schmerzfrei sein Leben genießen.“ Karl Belser freut sich auf die Rehabilitations-Behandlung, die in den kommenden drei Wochen die schon gute Beweglichkeit seines Knies noch verbessern soll.

Pläne für die Zeit nach der Reha hat er mehr als genug. „Ich werde wieder zeichnen und malen. Früher habe ich auch im Chor gesungen, sogar große Oratorien“, berichtet er. „Das geht heute nicht mehr – aber dafür beschäftigen mich meine Kinder und Enkel. Das finde ich herrlich.“

Vor allen Dingen ist er dankbar, dass er dank der Operation nun wieder deutlich mehr Lebensqualität hat. „Diesem Haus, seinen Ärzten und seinem Pflegepersonal gebührt großes Lob“, betont der 90-Jährige. „Dennoch muss man ganz deutlich sagen: es handelt sich bei Herrn Belser um einen besonders glücklichen Einzelverlauf, über den alle Beteiligten sehr froh sind“, fasst Thomas Pauly abschließend zusammen.

(Report Anzeigenblatt)