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Grundschüler leiden unter Mobbing

Grundschüler leiden unter Mobbing
Knapp 80 Prozent der Sechs- bis Zwölfjährigen haben sehr häufig bis gelegentlich Stress und Sorgen wegen Mobbing oder Streit mit Freunden. FOTO: kkh
Meerbusch. Mobbing unter Schülern ist ein ernstzunehmendes Problem. Das belegt auch eine Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse unter Eltern von Kindern im Schulalter Von Alexander Ruth

Ein tragischer Fall von Mobbing an einer Berliner Grundschule erschüttert derzeit die Gesellschaft. Mobbing unter Schülern ist ein ernstzunehmendes Problem. Das belegt auch eine Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse unter Eltern von Kindern im Schulalter: Demnach haben knapp 80 Prozent der Sechs- bis Zwölfjährigen sehr häufig bis gelegentlich Stress und Sorgen wegen Mobbing oder Streit mit Freunden. Bei den Sechs- bis Neunjährigen stehen solche verbalen und körperlichen Attacken sowie Angriffe über soziale Netzwerke & Co. sogar ganz oben auf der Stress-Skala – noch vor Konkurrenz- und Leistungsdruck in der Schule. Jedes fünfte Kind dieser Altersgruppe fühlt sich dadurch sehr häufig beziehungsweise häufig belastet, bei den Zehn- bis Zwölfjährigen ist es jeder Siebente.

Dauern Streit und Mobbingerfahrungen an, können sie krank machen. „Gerade Cybermobbing ist ein großes Problem“, sagt Psychologin Franziska Klemm. Denn durch die scheinbare Verfremdung der Kommunikation werden Hemmschwellen herabgesetzt, und Angriffe und Verleumdungen können besonders schnell und breit wirken. Das kann fatale Folgen haben, denn permanenter Stress und Mobbingerfahrungen können nicht nur zu Bauch- und Kopfschmerzen, Unkonzentriertheit und Rückzug führen, sondern mit der Zeit auch in eine Depression münden: In der Altersgruppe der 13– bis 18-jährigen Schüler verzeichnete die KKH bei Depressionen von 2007 auf 2017 den größten Anstieg überhaupt – um fast 120 Prozent.

„Wir müssen mit unseren Kindern über die Auswirkungen von Mobbing sprechen und sie besser darüber aufklären. Wir müssen Kindern bewusst machen, dass es genauso schlimm ist, etwas Schlechtes über jemanden verbal zu verbreiten als es online zu posten“, erläutert Franziska Klemm. Entscheidend dabei ist der richtige Umgang mit Smartphones und sozialen Netzwerken. „Verbote stattdessen führen nur zu Konflikten“, betont Klemm. Um Schüler zu stärken, beteiligt sich die KKH an Programmen wie „Max & Min@“ und „1000 Schätze“, die sowohl die Medienkompetenz als auch die Kommunikationsfähigkeit und die psychosoziale Gesundheit von Kindern stärken. „Stress- und Mobbing-Prävention sollte aber nicht nur in der Schule, sondern auch Zuhause stattfinden. Denn für den Erfolg spielt die Unterstützung aus dem gesamten Umfeld eine entscheidende Rolle“, betont die Psychologin.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat 1000 Eltern von Sechs- bis 18-Jährigen im Auftrag der KKH 2018 repräsentativ befragt.

(Report Anzeigenblatt)
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