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Gedankenspiele vor Wolfsburg

Gedankenspiele vor Wolfsburg
Fabian Johnson (r.) und Nico Elvedi (l., hier gegen Bayern Robert Lewandowski) könnte auch in Wolfsburg wieder zusammen in der Defensive auflaufen. FOTO: Getty Images
Mönchengladbach. Mit einer „herausragenden Ausgangslage“ (Max Eberl) geht Borussia Mönchengladbach in das Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg. Auch wenn die Statistik in der VW-Stadt alles andere als erfolgsversprechend ist, will Dieter Hecking bei seinem ehemaligen Arbeitgeber mit einem Sieg nachlegen. Von David Friederichs

Siege gegen Bayern München sind schön - für den Moment. Denn sie bergen auch Gefahren. Gefahren, die auch Dieter Hecking kennt. „Man hat schon gemerkt, dass nach dem Sieg am Samstag die Spannung in meinem Team etwas abgefallen ist“, sagte der Übungsleiter auf der Pressekonferenz vor dem Spiel am heutigen Sonntag um 18 Uhr beim VfL Wolfsburg. Es scheint eine normale Reaktion zu sein auf einen Sieg gegen den Rekordmeister, eine Reaktion, die sich auch am nächsten Spieltag bemerkbar macht. Denn: alle acht Mannschaften, die zuletzt gegen den FC Bayern in der Bundesliga einen Sieg einfahren konnten, schafften es nicht, in der darauffolgenden Partie ebenfalls siegreich zu sein. „Wir wollen aber genau diese Mannschaft sein“, gibt sich Hecking kämpferisch - und darf dabei gerne auch nochmal einen genaueren Blick in die Statistik werfen. Denn Borussia Mönchengladbach legte eben diesen Sieg in der Saison 2014/15 nach. Nachdem der VfL in München mit 2:0 gewonnen hatte, folgte eine Woche später der Sieg bei der TSG Hoffenheim. Entsprechend legte Hecking bereits ab Dienstag größten Wert auf die Vorbereitung für das Wolfsburg-Spiel.

Schließlich muss man in Wolfsburg auch gegen eine bittere Statistik auf anderer Ebene ankämpfen. Nur zwei der 17 Spiele in Wolfsburg konnte der VfL für sich entscheiden, bereits seit zwölf Spielen wartet man am Niederrhein auf einen Sieg bei den Niedersachsen. Zu guter letzt muss Hecking auch personell improvisieren. Christoph Kramer fällt nach seiner Schädelprellung aus dem Bayern-Spiel heute aus, Patrick Herrmann zog sich nach seiner guten Vorstellung letzte Woche einen Muskelfaserriss im Training zu, außerdem stehen fünf weitere Profis auf der Verletztenliste der Borussia. Gut möglich also, dass Hecking, wie schon gegen Bayern und Hoffenheim erfolgreich praktiziert, Matthias Ginter wieder auf die Sechs vorziehen wird. Nico Elvedi könnte dann erneut ins Zentrum rücken, Fabian Johnson auf rechts hinten aushelfen. „Ich habe aber auch andere Spieler im Kopf, die auf ihren Einsatz brennen“, gibt sich Hecking gewohnt bedeckt.

Seine Zeit in Wolfsburg spielt für ihn bei der Vorbereitung auf das Spiel allerdings keine Rolle mehr. „Die erste Rückkehr war sicherlich emotional, weil ich dort ja auch offiziell verabschiedet wurde, jetzt aber ist es für mich ein ganz normales Bundesligaspiel. Und da gilt, wie in allen anderen Spielen auch: Wir wollen die drei Punkte mitnehmen.“

(Report Anzeigenblatt)