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1000 Kraniche für Japan

1000 Kraniche für Japan
Gemeinsam mit Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage bastelten die Schüler des Städtischen Meerbusch Gymnasiums Tausende Kraniche.
Strümp. Meerbuscher Schüler haben als Vorbereitung auf ihre Shijonawate-Reise Origami-Kraniche hergestellt. Diese sollen im Friedenspark von Hiroshima aufgehängt werden. Von Alexander Ruth

Am Städtischen Meerbusch Gymnasium (SMG) in Strümp hatte jetzt die japanische Papierkunst Origami einen ganz besonderen Stellenwert, denn die Schülerinnen und Schüler haben sich zum Ziel gesetzt, bis Wochenende mindestens 1000 Kraniche aus Papier zu falten. Wer nun denkt, dass es den Jugendlichen um einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde geht, liegt falsch – mit dieser von den Mitgliedern der Japan-AG initiierten Bastelaktion wollen sie ein Zeichen für den Frieden setzen.

Die Meerbuscher Gymnasiasten reihen sich mit ihrer Aktion in eine lange Tradition ein, die seit Mitte der 1950er Jahre besteht und an Sadako Sasaki erinnert, die 1955 an Leukämie, den Spätfolgen des Atombombenangriffs auf Hiroshima starb.

Ihre Geschichte veranlasste ihre Klassenkameraden dafür zu kämpfen, dass ihr ein Denkmal gesetzt wurde: Das „Friedensdenkmal der Kinder“ steht im Friedenspark von Hiroshima und wurde für vielen Millionen Menschen zum Pilgerort.

Auch die Schüler des Meerbusch Gymnasiums werden das Friedensdenkmal auf ihrer Reise nach Japan besuchen und ihre gefalteten Kraniche dort aufhängen und ihre Anteilnahme bezeugen.

Die Idee, dass am Meerbusch Gymnasium ein Schüleraustausch mit der japanischen Partnerstadt Shijonawate stattfinden könnte, war schon lange ein Wunsch, der nun zum ersten Mal umgesetzt wird. Am 20. März beginnt die Reise der 16 Mitglieder der Japan AG, die extra zur Vorbereitung auf den Besuch gegründet wurde.

Die Lehrer Ulrich Franzen und Kerstin Nikos haben die Teilnehmer aus vielen Bewerbern ausgewählt und vermitteln den Jugendlichen bei den AG-Treffen wichtige soziale und kulturelle Kenntnisse, damit sie während des Japanbesuchs möglichst viel richtig machen.

Die 15-jährige Guilia Nesselrath freut sich, dabei sein zu können: „Es ist eine große Chance für uns, nach Japan zu reisen und dort die Kultur und die Menschen kennenlernen zu können.“ Sie hofft, die berühmte Kirschblüte mitzuerleben.

Ihre Freundin Emily Gauda ist gespannt auf einen tieferen Einblick in die fremde Kultur: „Ich hoffe, dass wir das echte Leben in Japan kennenlernen können und Freunde finden.“

Ihre Gastfamilien kennen sie bereits und haben mit ihnen mehrfach über Skype Kontakt aufgenommen. Japan ist für sie ein Traumziel, in das sie bald reisen werden.

Zum Origami- Kranichfalten war auch Meerbuschs Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage gekommen. Nach einer Einführung konnte sie stolz einen selbst gefalteten Kranich präsentieren, der mit nach Japan reisen wird. „Ich freue mich außerordentlich, dass die Schüler nach Japan fahren können und Begegnungen von Mensch zu Mensch machen werden.“

Wenn alles gut läuft, soll ein regelmäßiger Schüleraustausch mit Shijonawate stattfinden. Das Interesse ist auf beiden Seiten groß.

(Report Anzeigenblatt)
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